Informationsasymmetrien

Bei vielen Gütern besteht die Möglichkeit, diese vor einer Kaufentscheidung zu inspizieren und sich so bereits einen Eindruck von dessen Qualität zu verschaffen.  Unterschieden wird bei den Eigenschaften eines Gutes nach Sucheigenschaften (die bereits vor dem Kauf eingeschätzt werden können), Erfahrungseigenschaften (die erst nach dem Kauf eingeschätzt werden können) und Vertrauenseigenschaften (die unter Umständen niemals vollständig eingeschätzt werden können). Die Verteilung dieser Eigenschaften variiert bei unterschiedlichen Gütern.  Laut Linde sind bei Informationsgütern etwa die Sucheigenschaften eher schwach ausgeprägt:
Informationsgüter weisen allenfalls dann einige Sucheigenschaften auf, wenn sie bereits produziert sind. Generell sind bei ihnen aber Vertrauens- bzw. (...) Erfahrungs-eigenschaften dominant.
Wie sieht die Verteilung dieser Eigenschaften bei E-Books aus? Als Sucheigenschaften können tatsächlich jene Kriterien genannt werden, die bei erweiterten Suchen bei Anbietern angezeigt werden (vgl. 7.6), also etwa Titel, Autor, Reihe, Genre oder Verlag. Hierbei sind wahrscheinlich Verlag und Titel eher wenig aussagekräftig. Autor und Reihe sind nur dann als Sucheigenschaft einzustufen, wenn der Kunde bereits mit diesen vertraut ist, also bereits ein Buch des Autors oder der Reihe gemocht hat. Eine weitere Sucheigenschaft stellt die Umschlaggestaltung dar, auch wenn hier die Aussagekraft ebenfalls nicht sonderlich hoch ist. Außerdem spielt dies wahrscheinlich beim stationären Handel eine deutlich größere Rolle (wenn etwa mehrere Bücher auf einem Tisch nebeneinander liegen und ein Buch dem Kunden aufgrund der Gestaltung auffällt) als bei einem Online Shop.
Bei Büchern der Unterhaltungsliteratur dürften die Vertrauenseigenschaften eher gering ausgeprägt sein. Der Kunde erwirbt das Buch, liest es und kann sich dann ein Urteil bilden, ob es ihm gefallen hat oder nicht. In diesem Fall dominieren also die Erfahrungseigenschaften. Anders sieht es dagegen bei Fachbüchern aus, etwa bei Ratgebern. Hier kann der Kunde nach dem Lesen ein Urteil über den Schreibstil und Gestaltung fällen, je nach Fachkenntnis auch über die Inhalte. Andere Inhalte kann er aber erst zu einem späteren Zeitpunkt einschätzen, wiederum andere niemals. Beispielsweise könnten die Empfehlungen eines Gesundheitsratgebers bei ihm deutlich Wirkung zeigen, womit er diese Informationen bewerten kann. Andere Empfehlungen zeigen vielleicht keine offensichtliche Wirkung, der Leser wäre somit nie sicher, ob sie wirksam waren. Bei Fachbüchern sind also auch bisweilen starke Vertrauenseigenschaften vorhanden.
Ausgeprägte Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaften können allerdings Kaufunsicherheiten beim Nachfrager hervorbringen.  Ziel des Anbieters muss es folglich sein, diese soweit wie möglich in Sucheigenschaften umzuwandeln. Dabei muss er jedoch gleichzeitig vermeiden, das Buch vollständig herauszugeben, sofern er bestrebt ist, Umsätze mit diesem Buch zu erzielen.  Bei einem gedruckten Buch im stationären Handel ist dies beispielsweise dadurch möglich, dass der Kunde das Buch in die Hand nehmen und darin blättern kann. Er kann sich somit einen recht umfassenden Überblick über das Buch verschaffen. Möchte er es dann in Ruhe lesen, so muss er es kaufen. Bei einem E-Book ist dieses Verfahren offensichtlich nicht möglich. Hier müssen andere Wege gefunden werden.

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