Apple

Die Inspektionsangebote umfassen im iBookstore zunächst grundsätzliche Informationen über die Bücher, die einen Überblick ermöglichen, nämlich Titel, Autor, Erscheinungsdatum, Verlag, Kategorie (dem Genre) und Sprache. Zudem wird eine Inhaltsangabe angeboten, ebenso eine Leseprobe, welche kostenlos auf das Endgerät heruntergeladen werden kann. Wie auch Amazon setzt auch Apple hier auf Bewertungen von Kunden, die ebenfalls auf dem bekannten »5-Sterne-System« basieren; bereits in der Trefferliste sieht der Kunde den Durchschnittswert und aus wie vielen Bewertungen dieser errechnet wurde, so dass sofort eine grundsätzliche Einschätzung des Buches, aber auch der Bewertung selbst möglich ist. Unabhängig davon kann ein Kunde auch eine Rezension zum Buch verfassen, die dann später von anderen Nutzern eingesehen werden kann. Die Möglichkeiten zur Einschätzung eines Buches sind also mit denen vergleichbar, die Amazon anbietet.
Der iBookstore verfügt über verschiedene Ansätze, um ein geeignetes Buch zu finden. Dies umfasst je eine Liste der 10 momentan am häufigsten heruntergeladenen kostenpflichtigen und kostenlosen Bücher. Die Suchfunktion ermöglicht die Recherche über ein Suchfeld, zudem kann eine Liste der verfügbaren Autoren aufgerufen werden. Schließlich können über den Menüpunkt »Im Spotlight« aktuelle Empfehlungen abgerufen werden. Es ist immer eine Einschränkung nach Kategorie möglich. Wird ein Buch betrachtet, so lässt sich eine Liste weiterer Bücher des Autors aufrufen.
Auch verfügt Apple über einige leistungsübergreifende Informationssubstitute, welche den Ruf als vertrauenswürdiger Anbieter etablieren sollen. Ein entscheidender Punkt beim Aufbau dieses Netzwerkes schien zu sein, dass Apple als innovatives Unternehmen bekannt war. So hieß es kurz vor der Veröffentlichung in den USA von Michael Gartenberg:
Die Kundenzahlen werden beeindruckend sein. Das ist ziemlich bemerkenswert, weil die Leute das iPad bislang weder selbst gesehen noch berührt haben und ganz einfach dem Versprechen von Apple trauen.
Diese Prognose bewahrheitete sich allem Anschein nach, allein am ersten US-Verkaufstag wurden laut Apple-Angaben 300.000 Geräte verkauft.  Die Reputation von Apple und den Produkten des Unternehmens waren offenbar ausreichend. Auch der Erfolg von iTunes  spricht dafür, dass Apple als Anbieter von digitalen Gütern anerkannt wird. Zur weiteren Untermauerung dieses Rufes findet sich bei Apple zum sensiblen Thema Datenschutz neben einer umfassenden Erklärung auch das Gütesiegel TRUSTe; besonders die Bestätigung durch ein unabhängiges Unternehmen soll zur Vertrauensbildung des Kunden beitragen.  Für die E-Books gilt, wie erwartet, kein Rückgaberecht. In den Nutzungsbedingungen des iTunes-Store, die auch für den iBookstore gelten, heißt es: »Sie haben nicht mehr das Recht, einen Einkauf zu widerrufen, wenn die Lieferung des Produktes bereits begonnen hat. Zu diesem Zeitpunkt ist Ihr Einkauf endgültig.« Es wird jedoch eine Kaufpreisrückerstattung eingeräumt, sofern das Produkt aus technischer Sicht »unakzeptabel schlecht« sei oder das Produkt zwischen Erwerb und Herunterladen nicht mehr verfügbar sei,  was den Kunden zumindest vor Enttäuschung bei technischen Problemen schützt. Es ist jedoch nicht möglich, E-Books bei Nichtgefallen zurückzugeben. Wie bei Apple-Geräten üblich gilt auch für das iPad eine beschränkte Garantie von einem Jahr und kann durch das Produkt AppleCare Protection Plan für einen Aufpreis auf 2 Jahre verlängert werden. Dies umfasst etwa Reparaturen und Austausch bei Hardware-Problemen. Wie üblich soll dies das Risiko für den Kunden beim Kauf des (recht teuren) Gerätes senken und somit seine Kaufbereitschaft erhöhen.
Offiziell angekündigt wurde das iPad Januar 2010 und zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Funktionalität als Lesegerät für E-Books bestätigt.  Gerüchte über das Gerät und seinen Funktionsumfang, die sich später als korrekt erwiesen haben, gab es jedoch schon im September 2009.  Beides sorgte dafür, dass das Gerät bereits lange vor seiner Veröffentlichung Gegenstand vieler Diskussionen in den Medien war und somit bereits frühzeitig einer breiten Öffentlichkeit bekannt gewesen sein dürfte. Auch um Lieferanten von Inhalten hat sich Apple früh bemüht, wie das Wall Street Journal berichtet:
Zumindest der Online-Buchladen iBooks für das iPad scheine aber im Zeitplan zu liegen (...). Alle großen US-Buchverlage seien mit im Boot und würden die Titel pünktlich zum Start des Geräts zur Verfügung stellen.
Ferner wird berichtet, dass Steve Jobs persönlich das iPad bei möglichen Lieferanten beworben habe.  Im Gegensatz zu den anderen Anbietern am E-Book-Markt kommunizierte Apple bereits nach kurzer Zeit sehr konkrete Zahlen; neben der oben erwähnten Verkaufszahlen des Endgerätes sollen etwa 250.000 E-Books am Erstverkaufstag heruntergeladen worden seien.  Anzumerken ist hierbei allerdings, dass in der Pressemeldung tatsächlich von »downloaded« die Rede ist; es ist somit davon auszugehen, dass hier auch kostenfreie E-Books eingerechnet wurden.  Im Mai 2010 waren es in den USA bereits über eine Million abgesetzter iPads und 1,5 Millionen heruntergeladener E-Books.  Zahlen zum deutschen Markt wurden allerdings geheim gehalten.  Als Signal spielen die Verkaufszahlen des iPads und auch des iPhones eine große Rolle, da sie gegenwärtig die einzigen Endgeräte für iBooks und damit des iBookstore darstellen. Das schnelle Wachstum des Netzwerkes macht es für die Lieferanten von Inhalten attraktiver, wodurch es wiederum für Kunden interessant wird. Kompliziert war für Apple jedoch die Verzögerung des internationalen Starts des iPad. Auf der einen Seite wurde dadurch der Verkaufserfolg des Gerätes unterstrichen, auf der anderen Seite kann eine solche Situation der Reputation des Unternehmens schaden. In einem Spiegel-Artikel wird das Unverständnis der Öffentlichkeit so zusammengefasst:
Was ist da los? Wieso kann ein Großkonzern wie Apple in einer solchen Situation nicht mal eben die Produktion hochfahren und mehr Geräte produzieren? Kann doch nicht so schwer sein.
Auch wenn es logische Gründe für ein solches Problem gibt, offiziell nämlich die überraschend hohe Nachfrage , so ist es schwer, dies einem Kunden zu vermitteln, dem vorher entsprechend große Versprechen über das Produkt gemacht wurden.
Ein klares Signal sendet Apple auch durch das Verbot von Applikationen, welche etwa den Kauf von E-Books ermöglichen und damit dem iBookstore Konkurrenz machen könnten.  Die Botschaft: das iPad (und auch das iPhone) ist ein Gerät von Apple, somit ist es auch das Vorrecht des Unternehmens, durch dieses Geld zu verdienen. Dies gewährt Apple nicht nur ein gewisses Monopol in dem recht umfassenden Netzwerk, sondern vermittelt letztlich Konkurrenzanbietern das Gefühl, von dem Unternehmen in besonderem Maße abhängig zu sein. Umgekehrt demonstriert Apple mit der Beschränkung von iBooks auf iPad und iPhone, dass das Unternehmen hier nicht auf andere Netzwerke angewiesen ist.

Alle Quellenangaben wurden in dieser Leseprobe entfernt. Die Quellenangaben befinden sich im Buch.